Presse

Ärger mit dem Nachbarn wegen Hundegebell, Streit im Pensionsstall wegen schlechter Heuqualität oder drohender Rechtsstreit, weil das neu gekaufte Tier sich als krank herausgestellt hat: Die Bandbreite der möglichen Konflikte rund ums Tier ist groß. Die folgenden Tipps sollen Sie in schwierigen Konfliktsituationen unterstützen, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Serie: Mediation in der Tierhaltung

Mediation ist eine Alternative zu belastenden und meist teuren Gerichtsverfahren, die häufig sehr schnell und nervenschonend zu guten Ergebnissen führt.

Teil 1 dieses Artikels als pdf öffnen

Teil 2 dieses Artikels als pdf öffnen 

Streit ums Tier? - Bleiben Sie fair!

Ärger mit dem Nachbarn wegen Hundegebell, Streit im Pensionsstall wegen schlechter Heuqualität oder drohender Rechtsstreit, weil das neu gekaufte Tier sich als krank herausgestellt hat: Die Bandbreite der möglichen Konflikte rund ums Tier ist groß. Oft gibt ein Wort das andere, und schon ist der Ärger da.

Die folgenden Tipps sollen Sie in schwierigen Konfliktsituationen unterstützen, einen kühlen Kopf zu bewahren. Um einen Streit nicht eskalieren zu lassen, empfehle ich Ihnen die folgenden fünf „goldenen Regeln“.

Vermeiden Sie den zornigen Rundumschlag

Wenn wir wütend sind, tun und sagen wir oft Dinge, die wir anschließend bereuen. Daher lautet mein erster Rat: Wenn die Situation es irgendwie ermöglicht, handeln Sie besser nicht im ersten Affekt, sondern ziehen Sie sich aus der Situation zurück, schlafen Sie eine Nacht über die Angelegenheit, und suchen Sie dann in Ruhe das Gespräch mit dem Anderen.

Es sollte nicht um Schuld gehen

Auch bei Streit rund ums Tier gilt: Die Frage, wer Schuld an der Situation ist, hilft in der Regel nicht dabei, eine Lösung zu finden. Versuchen Sie daher nicht, die Frage nach der Schuld zu klären – dies führt nur in eine Sackgasse und zu einer Eskalation des Streits! Versuchen Sie lieber, sich auf das Finden einer guten Lösung zu konzentrieren!

Hören Sie dem Anderen wirklich zu

Lassen Sie Ihren Gesprächspartner ausreden. Vermeiden Sie es, im Kopf schon die Antwort zu formulieren. Und stellen Sie sich immer die Frage: Ist die Ansicht des Anderen so abwegig? Warum mag er so reagieren? Welche Ängste oder Bedürfnisse könnten dahinter stecken? Vielleicht reagiert Ihr Nachbar auch deshalb so giftig auf Ihren Hund oder Ihre Katze, weil er große Angst vor Tieren hat.

Bleiben Sie respektvoll

Herabwürdigungen, Beleidigungen sowie aggressive Mimik und Schreien sollte natürlich ein absolutes Tabu sein! Es ist sehr menschlich und nachvollziehbar, dass die Emotionen schnell hochkochen, wenn es um das Wohl unserer geliebten Tiere geht. Aber vermeiden Sie es, dabei unter die Gürtellinie zu schlagen - dies führt meistens zur endgültigen Eskalation. Falls sich Ihr Gegenüber respektlos verhält, sagen Sie ihm, dass Sie nicht beleidigt werden und erst weitersprechen möchten, wenn etwas Ruhe eingekehrt und ein höflicher Umgang wieder möglich ist.

Fragen Sie nach

"Was genau ist Ihnen denn daran so wichtig?". Erfragen Sie auf diese Weise die Bedürfnisse des Anderen. Sagen Sie dem Anderen auch, was Ihnen in der Situation wichtig ist, und versuchen Sie dann gemeinsam, eine Lösung zu finden, welche die Interessen beider Seiten berücksichtig. Auch die Bedürfnisse des Tieres müssen hierbei natürlich stets beachtet werden!

 

 

Über die Autorin

Christina Wenz ist Mediatorin, Juristin und Konfliktcoach. Sie hilft ihren Klienten dabei, in Streitsituationen friedliche Lösungen zu finden. Neben Mediation in Familien und in der Arbeitswelt ist ihr besonderes Steckenpferd die Mediation bei Streit rund ums Tier.

www.mediation-wenz.de

 

Erschienen in: "Unsere besten Freunde - Das Tiermagazin aus Ihrer Apotheke", Nr. 04/2016, S. 12-13