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In ihrer Kolumne für das Apothekenmagazin "Unsere besten Freunde" gibt die Mediatorin Christina Wenz diesmal Tipps, wie man sich am Besten verhält, wenn der eigene Hund einen Unfall verursacht.

Unfallgegner Hund

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Verursacht der eigene Hund auf der täglichen Gassi-Runde einen Schaden, kann das für seinen Besitzer schnell sehr unangenehm werden. Die auf Streitfälle rund ums Tier spezialisierte Mediatorin Christina Wenz aus Kaiserslautern gibt Tipps, wie sich Hundehalter in solchen Situationen am besten verhalten sollten.

Anita L. ist wie jeden Tag mit ihrem Beaglesenior Maxi auf einem Feldweg unterwegs. Da Maxi trotz seines hohen Alters gerne mal abhaut, ist er angeleint. Plötzlich sieht Frau L. schon von Ferne einen sehr großen schwarzen Hund angerannt kommen. Von dem Besitzer des Hundes ist erst einmal weit und breit nichts zu sehen. Ohne zu zögern stürzt sich der fremde Hund auf Maxi, und springt dem Beagle voller Temperament ins Kreuz. Offensichtlich will der Hund spielen, aber für den Hundesenioren ist der Sprung ins Kreuz definitiv zu viel: Der Beagle schreit laut auf und bleibt jaulend liegen. Einige Meter entfernt sieht Frau L. nun auch den Besitzer des fremden Hundes stehen. Sie ruft ihn um Hilfe und ist völlig in Sorge um ihren nach wie vor jaulenden Hund. Der Hundehalter schnappt sich jedoch kommentarlos seinen Hund, und haut schnellen Fußes ab.

Ein Förster, der die Szene beobachtet hat, fährt die völlig aufgelöste Frau und den verletzten Beagle direkt zum Tierarzt. Dieser stellt zum Glück fest, dass der alte Hund nur einen Schreck und keine schwerwiegenden Verletzungen davongetragen hat. Frau L. ist sehr erleichtert, über das Verhalten des geflüchteten Hundehalters ist sie jedoch sehr entsetzt.

Wer sich in Hundekreisen umhört, erfährt schnell, dass solche Fälle leider keine Seltenheit zu sein scheinen. Aber wie verhalten sich Hundebesitzer im „Falle eines Falles“ richtig? Was ist zu tun, wenn der eigene Hund einen anderen Hund oder einen Mensch belästigt oder gar verletzt?

Hat das eigene Tier einen Schaden verursacht, sollte sich der Halter des Hundes unbedingt der Situation stellen und nicht flüchten, auch wenn das vielleicht erst einmal unangenehm ist. Bleiben Sie am Unfallort, bis alle Unklarheiten beseitigt sind, und fragen Sie nach, ob Hund oder Mensch Ihre Hilfe benötigen.

Entschuldigungen wirken oft Wunder, selbst wenn in der Situation die Nerven der Beteiligten blank liegen! Versuchen Sie trotzdem, ruhig und höflich zu bleiben, auch wenn das Gegenüber aufgeregt ist und schreit. Bitte vergessen Sie nicht, dass der Andere durch Ihren Hund in eine Lage geraten ist, in der er aus Schock möglicherweise erst einmal sehr aufgebracht ist. Wenn die Situation nun doch aus dem Ruder gerät und es zum Streit kommt, dann empfehle ich, mit ein paar Tagen Abstand nochmal das Gespräch mit dem Gegenüber zu suchen. Meistens hilft es, einen Schritt auf den Anderen zu zu machen – Oft lässt sich dadurch ein Gerichtsverfahren zu vermeiden.

Achten Sie grundsätzlich auch immer darauf, dass Sie für Ihren Hund eine gültige Hundehalter-Haftpflichtversicherung haben. Denn unfallbedingte Operationen und andere medizinische Behandlungen des Unfallopfers können schnell sehr teure Tierarztkosten verursachen. 

 

Erschienen in: "Unsere besten Freunde - Das Tiermagazin aus Ihrer Apotheke", Nr. 09/2016, S. 12-13