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Für das Apothekenmagazin "Unsere besten Freunde" berichtet die Mediatorin Christina Wenz davon, wie der Streit zwischen einer Pferdebesitzerin und ihrer Reitbeteiligung mit Hilfe von Mediation friedlich gelöst werden kann.

 

Zoff ums Pferd - Zankapfel Reitbeteiligung

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Ina K. fährt seit vielen Jahren täglich in den Stall, um ihren Hengst Athos zu reiten und auszulasten. Aufgrund beruflicher Veränderungen ist dies dann leider irgendwann nicht mehr möglich. So sucht sie sich eine Reitbeteiligung für das Tier. Anfangs läuft auch alles glatt…

Nach mehreren erfolglosen Versuchen findet Frau K. durch eine Annonce endlich die achtzehnjährige Louisa, die mit dem Pferd von Anfang an gut auskommt. Da Louisa zeitlich sehr flexibel ist, gelingt es den beiden Frauen, sich regelmäßig spontan abzusprechen, wer sich um das Pferd kümmert. Das Tier ist auf diese Weise täglich gut versorgt.

Doch seit einiger Zeit klappen die Absprachen allerdings immer seltener. Immer öfter hat Louisa keine Zeit, wenn Frau K. sie spontan anruft. Auch wenn der Hufschmied kommt und Louisa eigentlich helfen und die Hufe aufhalten müsste, erscheint das Mädchen nicht. Wie Frau K. erfahren hat, macht sie auch immer öfter Bodenarbeit oder Spaziergänge mit dem temperamentvollen Tier, anstatt dieses beim Reiten im Gelände oder auf dem Platz kräftig auszupowern. Seitdem sie der jungen Dame mal kräftig die Meinung gesagt hat, herrscht eine ganz üble Stimmung. Frau K. möchte aber nicht die Reitbeteiligung wechseln, da Athos das Mädchen sehr liebt. Immer mehr belastet es sie, das Pferd nicht täglich bewegt zu wissen.

Von einer Stallkameradin bekommt sie den Tipp, es doch mal mit einer Mediation zu probieren, um das Reitbeteiligungsverhältnis neu und sinnvoll zu regeln. Die Mediatorin hilft den Frauen dabei, herauszufinden, was ihnen am jeweiligen Thema wichtig ist. Louisa wünscht sich geregelte Zeiten und möchte nicht immer auf „Absprung“ parat stehen müssen. Sie hat mittlerweile auch viele andere Termine und Freizeitaktivitäten. Frau K. sorgt sich sehr um ihr Pferd und möchte unbedingt seine Versorgung sichergestellt haben, sie wünscht sich Verlässlichkeit. Beide Frauen haben gemeinsam, dass ihnen das Tier sehr am Herzen liegt.

Es gelingt eine Einigung zu finden, bei der eine verbindliche Zeiteinteilung mit frühzeitigen Absageregeln festgelegt wird. Louisa hat verstanden, wie wichtig es für Frau K ist, dass sie sich auf sie verlassen kann. Frau K. ist gerne dazu bereit, sich anzuschauen, wie Louisa mit Athos Bodenarbeit macht, da ihr das Mädchen klargemacht hat, wie gut diese dem Pferd tut. Vielleicht kann sie ja hierbei auch etwas lernen. Sie wird es künftig dem Mädchen überlassen, ob sie nun spazieren geht, ausreitet oder Bodenarbeit macht. Im Gegenzug wird Louisa noch mehr darauf achten, das Pferd auch wirklich auszulasten.

 

Stichwort Mediation

Mediation hilft Streitenden dabei, im Gespräch und gegenseitigen Austausch friedliche Lösungen für ihre Auseinandersetzungen zu finden – Lösungen, mit denen alle gut leben können. Hierbei werden sie vom Mediator unterstützt und durch das Verfahren geführt. Ziel einer Mediation ist eine verbindliche schriftliche Vereinbarung, die in der Regel von allen Beteiligten unterzeichnet wird.

 

Über die Autorin

Christina Wenz ist Mediatorin, Juristin und Konfliktcoach. Sie hilft ihren Klienten dabei, in Streitsituationen friedliche Lösungen zu finden. Neben Mediation in Familien und in der Arbeitswelt ist ihr besonderes Steckenpferd die Mediation bei Streit rund ums Tier.

 aus: "Unsere besten Freunde - Das Tiermagazin aus Ihrer Apotheke", Nr. 02/2016, S. 20-21